Gedanken zum Valentinstag

Moderator: ChriScho

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Brigitte Karpstein
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Gedanken zum Valentinstag

Beitrag von Brigitte Karpstein »

Bischof Valentin lebte im 3. Jh. in Italien. In dieser Zeit stand die Ausübung des christlichen Glaubens noch unter Todesstrafe. Dennoch bot er christlichen Liebespaaren die Möglichkeit, kirchlich zu heiraten. 268 erlitt er deswegen den Märtyrertod, und 496 erklärte Papst Gelarius den 14. Februar zum Valentinstag.

Wie sieht es denn heute aus mit dem Umgang der Amtskirche mit Liebenden?

- Papst Franziskus hat in „Amoris laetitia“ 2016 verbindlich festgelegt, dass wiederverheiratete Geschiedene nicht mehr vom Kommunionempfang ausgeschlossen werden, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch die Kommunion empfangen können. Selbstverständlich kam Protest aus reaktionären Kreisen.
-Bis heute gibt es keinen offiziellen Rahmen für gleichgeschlechtliche Paare, die ihre Partnerschaft vor Gott und der Gemeinde bezeugen und bekräf-tigen wollen. Viele Seelsorger*innen nehmen (inoffiziell) Segnungen vor. Einige Bischöfe verbieten dies strikt, andere empfehlen persönliche Gespräche und seelsorgerliche Regelungen in Einzelfällen, um „schweres Leid“ zu verhindern.
- Priestern wurde vor Jahrhunderten von Menschen, nicht von Jesus, der Zölibat auferlegt. Viele Priester leben jedoch heimlich in einer Liebesbezie-hung zu einer Frau, was für beide sehr belastend ist. Ich kenne viele hervorragend seelsorglich tätige Priester, die suspendiert wurden, weil sie heiraten wollten – das war immer eine leidvolle, absolut unsinnige Geschichte, zumal sie gerne Priester geblieben wären. Viele mutige Priester machen, verbunden mit einem großen Risiko, ihre Liebe zu einer Frau öffentlich und beenden damit der Heimlichtuerei.
- Etliche Priester, auch im Vatikan, haben eine Liebesbeziehung zu einem Mann. Das fällt ja nicht weiter auf, denn mit wem anderem als mit einem Mann dürften sie zusammen wohnen, sich regelmäßig treffen oder in Urlaub fahren? Eine solche Liebesbeziehung widerspricht auch nicht dem Zölibat, denn als gleichgeschlechtliches Liebespaar dürfen sie eh nicht heiraten. Raffiniert!

Ja, lieber Bischof Valentin, so sieht es bei uns aus nach 1700 Jahren. Was würde dir passieren, wenn du es Priestern und ihren Geliebten und gleich-geschlechtlichen Paaren ermöglichen würdest, ihre Liebe öffentlich vor Gott zu besiegeln? Heute wären es eigene Mitbrüder, die dich dann bestrafen würden.
Brigitte Karpstein
ChriScho
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Zölibat & die (auch sexuell gelebte) Liebe: die Problematische Sicht der rk Kirche auf "Sexualität"

Beitrag von ChriScho »

Liebe und Sexualität wird auch heute immer noch in der rk Kirche als der Bereich des "Unreinen" angesehen, sofern es nicht innerhalb der "Ehe" gelebt wird. Wie verquer diese Denke ist, zeigt sich in der Geschichte der rk Kirche und die sich wandelnden Einstellungen zur Sexualität und Enthaltsamkeit. Hier zu ein aufschlussreicher Artikel im Deutschlandfunk:

https://www.deutschlandfunk.de/zoelibat ... _id=472399
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