Gebetsoktav für die Einheit der Christen

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Brigitte Karpstein
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Gebetsoktav für die Einheit der Christen

Beitrag von Brigitte Karpstein »

Mir reicht´s!
Ein paar Gedanken - satirisch?, häretisch, anmaßend, zu einfach, empörend oder jesuanisch ...?
Heute beginnt wieder die Gebetsoktav für die Einheit der Christen. "Wie lange soll denn seit 1947 noch gebetet werden? Bis zum St. Nimmerleinstag?" fragte Jörg ZInk Anfang der 80er Jahre auf dem Katholikentag in München, als Kardinal Wetter das gemeinsame Mahl verbot, das er mit Hans Küng feiern wollte, und zu dem Tausende erschienen waren. Unverständnis und Zorn entbrannte.
Ich habe in der Schule mit meinen Schülern gerne den Perspektivwechsel und das Hineinversetzen in eine andere Person eingeübt. Ich möchte das hier einmal praktizieren.
Wie stellen sich denn die Beter*innen, aber noch vielmehr die Entscheider eine Gebetserhörung vor? Beispielsweise so, dass, wie der Münchner im Himmel, ein Engel auf die Erde herabkommt und überall hörbar die himmlische Botschaft verkündet: "Hört auf zu beten, handelt endlich und erfüllt miteinander den Auftrag Jesu:`Tut dies zu meinem Gedächtnis, zu meinem Andenken`."
Und Jesus sagt, dazu muss er nicht vom Himmel harabkommen: "Was sinniert Ihr und schreibt mir sogar vor, wo und wie ich gegenwärtig bei und in den Menschen zu sein habe und wo nicht? Warum lasst Ihr so viele unter der Trennung und den Verboten leiden, die Ihr eigenmächtig verhängt habt? Wollt Ihr in den Glauben der Einzelnen hineinregieren? Mein Auftrag ist mein Testament, das Ihr befolgen sollt.
Warum schaut Ihr auf das Trennende und nicht auf das Verbindende, warum könnt Ihr nicht die Vielfalt der Menschen sehen, diese dankbar als Geschenk meines Vaters anerkennen und einmütig miteinander die Einheit in der Vielfalt leben, so, wie es in der Welt in unzähligen Gemeinschaften auch geschieht und Wunderbares passiert?"

Übrigens: Das Papstamt sollte kein Hindernis sein, dem gegenüber sind selbst viele Katholiken kritisch und ablehnend. Das 1. Vatikanische Konzil hat damals aus Machterhalt und - demonstration gegenüber den politischen Machthabern das Dogma über die Unfehlbarkeit des Papstes verhängt. Papst Franziskus, Bischof von Rom, ist jemand, der das Gespräch sucht, und seine Enzykliken haben christliche, an der Botschaft Jesu orientierte Inhalte. Ihr Protestanten müsstet ja gar nicht dem Papst folgen.

Ich frage mich und befinde mich damit in guter Gesellschaft mit anderen : Langweilt nicht Gott das dauernde Beten, ohne zu handeln und macht es Jesus sogar zornig? Er wird doch mit seinem letzten und allzeit gültigen, verbindlichen Willen ignoriert.

Für mich hat es schon viele Gebetserhörungen gegeben: bei guten Gesprächen, die ökumenischen Vereinbarungen, wo auch jede Kirche so bleiben kann, aber ganz besonders bei den gegenseitigen Besuchen mit gemeinsamem Abendmahl und Kommunionempfang. Das war und ist eine Erfahrung intensiver Gemeinschaft, wo jede r auf seine / ihre Weise Jesus Christus begegnet ist. Das erzeugt Freude und löst ein Gefühl der Freiheit aus. "Die Wahrheit wird euch frei machen." kam mir in den Sinn.
Es kam kein Blitz und Donner vom Himmel! Ich folgere: Das ist Gottes Wille!

Ich werde mich an der Gebetswoche nicht beteiligen, sondern für anderes Wichtige beten, von dem es wahrhaft genug gibt. Ich werde stattdessen handeln, wo auch immer es Gelegenheit dazu gibt. Wer kann mich daran hindern?!

Brigitte Karpstein
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