Ökumene im Pastoralen Raum Sinzig inkl. Mahlgemeinschaft ?

Moderator: ChriScho

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ChriScho
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Ökumene im Pastoralen Raum Sinzig inkl. Mahlgemeinschaft ?

Beitrag von ChriScho »

Endlich: auch in Remagen wurde feierlich am 8. Jan. die Ökumenevereinbarung zwischen den kth. Kirchen Remagen (ausser Remagen-Unkelbach), der ev. Kirche Remagen-Sinzig und Oberwinter sowie der ev. Freikirchlichen Credo-Gemeinde Remagen-Kripp unterzeichnet.
zum Herunterladen der Entwurf:
20191020 Partnerschaftsvereinbarung final.pdf
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Das macht Hoffnung, dass nun nachbarschaftliche Ökumene vor Ort (noch?) mehr mit Leben gefüllt wird als in der Vergangenheit. Und es zeigt den Weg auf, wie und mit welchem Inhalt dies überall dort, wo es in dem Pastoralen Raum Sinzig (ausser in Sinzig selbst) noch keine solche Vereinbarungen gibt, ebenfalls in die "ökumenische" Tat umgesetzt werden könnte. Schritt für Schritt !
Sinziger Vereinbarung zum Herunterladen:
Partnerschaftsvereinbarung-Sinzig.2011.pdf
(90.44 KiB) Noch nie heruntergeladen

Das Themenfeld "Mahlgemeinschaft" sparen die genannten Vereinbarungen aus.
Ob es in der Praxis zu einer Mahlgemeinschaft als ein zentrales Element gemeinsamer Gottesdienste kommen wird, bleibt abzuwarten.
Als von den ev. und rk Gläubigen in ihrer Mehrheit "gewünscht" darf man dies unterstellen. So ergab schon 2003 eine Forsa-Umfrage, dass im Schnitt (ev. und rk Christen:innen) 87 % für eine solche Mahlgemeinschaft votierten. (https://www.wir-sind-kirche.de/files/13 ... 0Herrn.pdf)

Auch die im Jahr 2021 veröffentlichte Stellungnahme von ev. und rk Theologen:innen (ÖAK) macht Mut, diesen Weg hin zur Mahlgemeinschaft entschlossen auch hier vor Ort zu gehen.
(dazu zum Herunterladen: / zum Nachlesen: https://www.katholisch.de/artikel/22907 ... schaft-vor)

Genau zu diesem Thema wird am
  • Montag, 12. Juni 2023
Frau Prof'in Dorothea Sattler, Professorin für Dogmatik und Ökumenische Theologie. auf Einladung des Ökumenischen Arbeitskreises Remagen einen Vortrags-/Diskussionsabend in Remagen gestalten.

"Fakt" ist wohl schon heute:
Es erfordert wohl vor allem Mut aller hauptamtlichen Pfarrer:innen den Schritt hin zu einer Mahlgemeinschaft -zumindest bei besonderen Anlässen- zu gehen. Denn es wird bis heute innerkirchlich von offizieller Seite eine solche Mahlgemeinschaft nicht vollumfänglich unterstützt. Vielmehr stößt ein solches Ansinnen einer Mahlgemeinschafat vielfach auf Ablehnung.

Dies bleibt unverständlich, werden wir Getauften doch nicht von "unseren Kirchen", sondern von Christus selbst eingeladen, zu seinem Gedächtnis Mahl zu halten.

Dass die "römische" Ablehnung einer Mahlgemeinschaft als Antwort auf die o.g. Stellungnahme ev. und rk Theologen:innen frustrierend ist, machte 2021 auch der Rheinische Präses Rekowski kurz vor seinem Ausscheiden deutlich.

Im Bistum Trier scheint Bischof Dr. Ackermann einer Mahlgemeinschaft aufgeschlossen gegenüber zu stehen.
Neugierde auf den Anderen ist es, die er anmahnt !(s. z.B. https://www.katholisch.de/artikel/29843 ... en-anderen).

Gleichzeitig ist es wie es ist:
Es wird wohl auch auf unabsehbare Zeit keine "offizielle" Einladung seitens der rk Kirche zur Mahlgemeinschaft geben. So z.B. Bischof Bätzing alnlässlich des Ökumenischen Kirchentages 2021. Auch seitens Bischof Dr. Ackermann gibt es unseres/ meines Wissens dementsprechend (noch) keine offizielle "Erlaubnis" zu einer solchen Feier. Dies entspricht eher der aktuellen ökumenischen Praxis in der rk Kirche. Was die rk Kirche aktuell problemlos im Kontext ökumenische Mahlgemeinschaft akzeptiert, ist lediglich die Teilnahme des christlichen, nichtkatholischen Partners!
Und das auch nur, wenn er/sie im Herzen glaubt, oder zumindest für möglich hält, dass das, was die rk Kirche verkündet, so ist.
Das ist die aktuelle ökumenische Realität aus Sicht der rk Kirche.

Was heißt das für uns ökumenisch orientierten Christen:innen vor Ort?
Nur träumen? Auf jeden Fall, können Träume doch wichtige Motivatoren sein.
Träumen dürfen und sollten wir weiterhin, wenn ...
Ja, wenn diese Träume Grundlage für konkrete Schritte vor Ort werden
Lasst unser Verständnis der Eucharistie kreativ leben. Argumente für eine Mahlgemeinschaft gibt es zu Genüge.
Leitgedanke könnte hier das Moto der Kirchvolkskonferenz von Oktober 2022 in Köln sein:
  • Wir gehen dann schon mal voran !
Denn...
mit Blick auf den nun gemachten Schritt der Ökumenevereinbarung in Remagen müssen jetzt nur noch mutig Taten folgen.
Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es !(Erich Kästner)
(... auf Bisums- wie auf Ortsebene)


Nur ...
wird es diesen "heiligen" Mut geben?
Brigitte Karpstein
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Re: Ökumene im Pastoralen Raum Sinzig inkl. Mahlgemeinschaft ?

Beitrag von Brigitte Karpstein »

Meine Antwort auf den oben genannten Beitrag:

Unter "Bistum Trier" fand ich zur Mahlgemeinschaft diese Stellungnahme (katholisch.de) https://www.katholisch.de/artikel/29843 ... en-anderen:
"Gerade im Hinblick auf konfessionsverbindende Ehen gebe es laut Ackermann eine "besondere Verpflichtung". Wenn evangelische Christen zur Eucharistie hinzutreten, sei dies aus seiner Sicht im Einzelfall auch katholisch "ohne schlechtes Gewissen" inzwischen möglich und verantwortbar. "Wir müssen lernen, über die Grenzen der eigenen Konfession hinauszudenken", erklärte der Bischof. Ackermann lobte die theologische Substanz des Papiers "Gemeinsam am Tisch des Herrn" aus dem Jahr 2019 zum Thema. Das ÖAK-Votum, laut dem Christen guten Gewissens an der Feier der Eucharistie oder des Abendmahls der jeweils anderen Konfession teilnehmen können, ziehe die praktischen Konsequenzen aus den festgestellten theologischen Annäherungen; deshalb sei es so brisant."

Warum soll die Mahlgemeinschaft nur für Eheleute verantwortbar sein?! Sind sie Gläubige anderer Art und deshalb privilegiert? Der Pastor Hensel (Sinzig) sagte bei den Mess-Besuchen unserer evangelischen Mitchrist*innen einmal im Jahr bzgl. des Kommunionempfangs: "Alle, die auf Christus getauft sind, sind eingeladen." Bei den Besuchen bei den evangelischen würde ich mir von niemandem verbieten lassen, dort miteinander Mahl zu halten.
Nein, ich träume nicht, ich ermächtige mich selbst. "Die Freiheit des Christenmenschen nehme ich gern in Anspruch. "Aber ich fordere eine offizielle Erlaubnis der gemeinsamen Mahlgemeinschaft, damit diese aus jesuanischer Sicht unberechtigte Situation auch offiziell endlich ein Ende hat. Dass man da Mut braucht?!
Übrigens wurden früher Katholiken exkommuniziert, wenn sie eine/n evangelische/n Christen geheiratet hat. Unglaublich, diese Anmaßung! Ich spreche aus eigener Anschauung in meinem Umfeld. Das ist zum Glück Vergan-genheit. Wie wäre es denn mit dem vorausschauenden Gehorsam?
Siehe auch meine Gedanken zur Gebetswoche zur Einheit der Christen in diesem Forum.
Brigitte Karpstein
Georg
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Re: Ökumene im Pastoralen Raum Sinzig inkl. Mahlgemeinschaft ?

Beitrag von Georg »

Liebe Brigitte,

frohe Grüße aus Unkel! Ich kann dir nur beipflichten!


"Sie brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens“ (Apg
2,46) Statt des SIE sollten wir jeden Namen dürfen einsetzen können, wie dies der Leserbriefschreiber dokumentierte.

Klaus Kegebein aus Lübeck bringt auf den Punkt, worum es den Kirchenfürsten geht! Die Gewalt beginnt schon bei den Kommunionkindern, die ohne Beichte nicht zu ersten heiligen Kommunion zugelassen werden.

Sie brachen das Brot
Zu der Meldung „Österreichisches
Ehepaar exkommuniziert“
(Nr. 22/1. Juni 2014):

Jesus feierte mit seinen Jüngern
das Abendmahl und forderte
sie auf: „Tut dies zu meinem
Gedächtnis!“ Er sagte nichts
über eine dafür notwendige
Priesterweihe, über die apostolische
Sukzession oder sonstige
Voraussetzungen, die erfüllt sein
müssen, damit es sich um eine
gültige Eucharistiefeier handelt.
Martha und Gert Heizer und
ihre Freunde „brachen in ihren
Häusern das Brot und hielten
miteinander Mahl in Freude
und Einfalt des Herzens“ (Apg
2,46). Das, so der Innsbrucker
Bischof Scheurer, sei ein „schweres
Vergehen“, das nun mit der
Exkommunikation bestraft wurde
– der strengsten Strafe, die
von der katholischen Kirche verhängt
werden kann. (Nebenbei
bemerkt: Mir ist nicht bekannt,
dass im Zusammenhang mit
sexuellem Missbrauch jemand
exkommuniziert wurde.) Wie
würde wohl Jesus über Martha
und Gert Heizer urteilen?

Klaus Kegebein, Lübeck
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