Gedanken zum Dreifaltigkeitssonntag

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Brigitte Karpstein
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Gedanken zum Dreifaltigkeitssonntag

Beitrag von Brigitte Karpstein »

Gedanken zu Johannes 16, 12 - 15

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands führt regelmäßig einen Predigerinnentag durch, denn es ist Laien nicht erlaubt, während einer Eucharistiefeier zu predigen, nur danach. Wie absurd und kleinkariert an menschlichen Paragraphen hängend! Beim Katholikentag hatte Bischof Bätzing bei der Predigt eine Frau, Frau Dr. Katrin Brockmüller, als Co-Predigerin an der Seite. Das ist ein richtungweisendes, deutliches Zeichen, und so müssten sich ab jetzt Predigerinnentage überflüssig machen. Aber: Jeder Geweihte, also der Priester, kann sich auf das kirchliche Verbot* von Laienpredigten zurückziehen und berufen, und dann ändert sich gar nichts. Ja, so abhängig sind wir Reformwilligen vom Wollen der Mächtigen. Beim Blick in das Evangelium finden sich ganz andere Fakten: Maria predigt im Lukasevangelium gleich zu Beginn das programmatische Magnifikat, das die Botschaft Jesu zusammenfasst.
Worte beim Abschied haben eine besondere Bedeutung und großes Gewicht, sie gelten für die Zukunft. Bei den Abschiedsreden Jesu, von denen wir einen Teil im heutigen Evangelium lesen, steht nichts von geweihten Männern, sondern Jesus spricht uns alle an: „… der Geist der Wahrheit wird es euch verkünden“, was er vom Vater gehört hat, und diese ganze Wahrheit, so Jesus, „ist auch mein“, ein dreifaltiger Gott, der da wirkt. Eine und einen jeden von uns wird der Geist leiten, wenn wir dem Auftrag Jesu gemäß diese Wahrheit allen verkünden. Lasst uns Jesus nachfolgen und die Möglichkeit zu predigen - mit Blick auf Bischof Bätzing, aber vor allem auf Jesus einfordern, damit alle, die sich dazu berufen fühlen, diese empfangene Wahrheit durch Worte weitergeben. Der Hinweis auf den Auftrag Jesu müsste doch jeden priesterzentrierten Klerikalen überzeugen!
Brigitte Karpstein

*Die Auslegung der Hl. Schrift in der Eucharistie und im Gottesdienst (Predigt) obliegt ausschließlich dem geweihten männlichen Vorsteher (Prostater) des Gottesdienstes. Er kann das an einen anderen geweihten Mann (Diakon, Gast-Priester, Primiziant usw.) delegieren. Er kann nicht-geweihte Personen beauftragen, anstelle der Schriftauslegung eine Ansprache zu halten oder einen vorgefertigten Text (das kann auch eine autorisierte Schriftauslegung sein) zu verlesen.
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