Warum noch Mitglied der römisch-katholischen Kirche in Deutschland bleiben?

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ChriScho
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Warum noch Mitglied der römisch-katholischen Kirche in Deutschland bleiben?

Beitrag von ChriScho »

Diese Frage wird von immer mehr Menschen gestellt. Die Anzahl von Kirchenangehörigen in Deutschland beträgt nicht einmal mehr 50 v. H. der Gesamtbevölkerung. Warum also in der Kirche bleiben? Eine Antwort versucht der "Religions-Philosophische Salon":

https://religionsphilosophischer-salon. ... ne-zukunft

Dass es auch andere Stimmen gibt, die für die Mitgliedschaft in der Kirche plädieren, kann hier nachgelesen werden:

https://www.katholisch.de/artikel/20411 ... -austreten

Was mE in dieser Diskussion kaum bis gar nicht thematisiert wird, ist folgender Aspekt, der v.a. in Deutschland mit seinem noch gültigen System des Kirchensteuereinzugs Relevanz hat:
Sobald ich bei der für mich zuständigen Stelle, Amtsgericht oder Standesamt, erkläre, nicht mehr Mitglied der öffentlich-rechtlichen Körperschaft "Römisch-Katholischer Kirche Deutschland" ( oder auch der ev. Kirche ) sein zu wollen und ich meine Einzugsermächtigung zum Kirchensteuer-Einzug widerrufe, wird dies als Kirchenaustritt tituliert. Die Konsequenzen sind nach einem Dekret der Deutschen Bischöfe aus dem Jahr 2012 quasi die einer "Exkommunikation", die so nicht mehr genannt werden darf. Ich zähle offiziell nicht mehr zum Kreis der Gläubigen.
Nur...
der Widerruf meiner Einzugsermächtigung bedeutet in all den Fällen, in denen ich mich weiterhin zu meinem christlichen Glauben bekenne, eben KEIN Austritt aus der weltumspannenden christlichen Gemeinschaft getaufter Gläubiger. Ich bin also nach wie vor im wahrsten Sinne des Wortes "katholisch" unterwegs. In ihrem o.g. Dekret führen die dt. Bischöfe u.a. aus, dass mit diesem "Austritt" ich mich entsolidarisiere. Ein Verstoß gegen die Unterstützungspficht aller Katholiken:innen gem. des CIC. Wirklich? Zahlt jede(r) dieser "ausgetretenen Gläubigen" nicht nach wie vor mit seinen Steuern große Teile der rk Kirche in Deutschland ... angefangen bei den Bischofsgehältern bis hin zu den Zahlungen von theolog. Fakultäten an Universitäten oder bis an die 90 % aller Kosten von rk Einrichtungen wie Kitas etc. ??? Auch werden diese "ausgetretenen Gläubigen" vielfach weiterhin auch an rk Einrichtungen wie z.B. Misereor oder Missio spenden. Alles Ausdruck dieser "Entsolidarisierung" ? Noch perfider wird diese bischöfliche abgesegente Haltung, wenn dann noch diese Gläubigen jeweils in ihrem Alltag bewußt auf ihrem Glauben fußend für die Gesellschaft / den Gemeinden vor Ort aktiv sind z.B. als Ehrenamtliche in Hospiz-Vereinen, bei den Tafeln o.ä. Nein, dieses Verständnis von "Kirchenmitgliedschaft" ist nicht mehr "MEINS".
Wie es anders geht, ist z.B. in Frankreich oder Portugal zu sehen.
ChriScho
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Bischof Bode und der Umgang mit Ausgetretenen

Beitrag von ChriScho »

hierzu ein lesenswerter Beitrag von Prof. iR Norbert Lüdecke

https://theosalon.blogspot.com/
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